31. Industriekulturabend "Das Wäschehaus F.V. Grünfeld"

Fr, 8. November 2024, 19:00 Uhr

Beschreibung

31. Abend zur Industriekultur 

Das Wäschehaus F.V. Grünfeld

Geschichte und Zukunft von Berlins Kaufhäusern

Flyer des 31. IndustriekulturabendsMit Grünfeld verbinden sich einige Meilensteine der Kaufhausgeschichte: Vom ersten Stammsitz im schlesischen Landeshut aus etablierte Falk Valentin Grünfeld (1837-1897) den ersten deutschen Wäscheversandhandel, führte in der 1884 errichteten Fabrik elektrischen Antrieb ein und war für seinen exquisitien Leinenstoff bekannt. 1873 wurde Grünfeld kasierlicher Hoflieferant und eröffente an der Berliner Prachtmeile Leipziger Straße 20/21 sein erstes Wäschehaus in der Hauptstatdt. Zentrale und Versandabteilung folgten unter der Leitung von Sohn Heinrich Grünfeld (1865–1936) 1900, der als Gründungspräsident der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels ab 1919 bestens vernetzt war. Mit dem Bau des Wäschehauses Grünfeld am Kurfürstendamm etablierte sich die „Grünfeld-Ecke“ als vornehme Adresse.
Die Nationalsozialisten nahmen die Familie Grünfeld als Juden ab 1933 ins Visier, 1938 wurde das Unternehmen von Max Kühl „arisiert“, die Familie floh 1939. Am 8. November 2023 kehrte zumindest die Bezeichnung „Grünfeld-Eck“ wieder an den Kudamm zurück, indem der Platz zwischen Kurfürstendamm und Joachimthaler Straße umbenannt wurde.
Der Abend soll nicht nur die Bedeutung der Familie Grünfeld und anderer jüdischer Unternehmer für die Kauf- und Warenhäuser Berlins herausstellen, sondern auch aus der Vergangenheit in die Zukunft fortschreiben, welche Entwicklung die Kaufhäuser in den Innenstädten genommen haben – und angesichts eines neuen Versandhandels weiterhin nehmen können. Graben die großen Lieferunternehmen dem Phänomen des Einkaufsbummels in den Konsumpalästen das Wasser ab – oder nicht? 

 

Programm des Abends

19.00 Uhr Beginn

»Das Wäschehaus F.V. Grünfeld. Berlin und die jüdische Familie Grünfeld«
Nils Busch-Petersen
(Handelsverband Berlin-Brandenburg)

»Sind Kaufhäuser ein Phänomen der Vergangenheit? – ein Blick in die Zukunft«
Torsten Dunkelmann
(Filialgeschäftsführer Galeria Tegel)

Durch den Abend führt Björn Berghausen,
Geschäftsführer des Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchivs

Anschließend gemeinsamer Ausklang des Abends mit Imbiss und Getränken.

 

Kostenbeitrag: 6 €

Im Goldberger-Saal, Ludwig-Erhard-Haus
Eingang Kantstraße, Fasanenstraße 85, 10623 Berlin
(U + S Bahnhof Zoo)


Fasanenstraße 8510623Berlin0