Chronik 2020

 

Holzmann-Projekt abgeschlossen

Der Abschluss des Digitalisierungsprojekts „Holzmann-Bildarchiv“, für das vom Land Berlin erhebliche Mittel zur Verfügung gestellt wurden, ist termingerecht im Jahr 2020 beendet worden. Ziel war es, bis Ende 2020 die bildliche Dokumentation der Holzmann-Bauprojekte in Berlin, Deutschland und aller Welt im Internet sichtbar zu machen, um den einzigartigen Bildbestand zur internationalen Baugeschichte über den Zeitraum vom späten 19. Jahrhundert bis zum Jahr 2002 als Kulturgut und für die Forschung zu erhalten.

Von 10.898 dokumentierten Altsignaturen entstanden bis Projektende und in Nacharbeiten bis Oktober 2020 bei Faktura 97.698 Digitalisate zu insgesamt 10.054 überlieferten Projektdokumentationen, welche sowohl Fotografien und zum Teil zugehörige Negative, Diavorträge, Länderprojekte als auch Videoaufnahmen umfasste.
An die Deutsche Digitale Bibliothek (Kultur und Wissen online) wurden, unter Ausschluss von gescannten Umschlägen und Dokumenten, 60.109 Datensätze übermittelt, welche 33.588 Mappen-Projekte mit 36.656 Bildern (67.006 Dateien der Vorder- und Rückseiten) und 27.221 Ordner-Projekte mit 281.043 Bildern umfassen. Dies entspricht einem Umfang von 348.049 Bildern bzw. 60.780 Datensätzen, die jetzt im Internet sichtbar sind.

Möglich war das Projekt durch den unermüdlichen Einsatz der Werkstatt faktura gGmbH. An dieser Stelle geht ein herzlicher Dank an Wolfgang Petersen, Vahed Mehdibagli, Georg Koch und allen Mitarbeitern der faktura sowie den Kollegen vom Landesarchiv. Annette Samaras und Brigitte Hiss danken wir für die Geduld und überaus fachlich fundierte Kooperation. Ohne Sophie Rölle bei der DDB und jede einzelne weitere helfende Hand wäre Abschluss dieses Projektes nicht möglich gewesen wäre. Nicht zu vergessen unsere projektverantwortliche Mitarbeiterin und Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste Kendra Rix, die bei unermüdlicher Mitarbeit trotz Tücken der Technik, Corona und unvorhergesehenen Probleme lösungsorientiert und auch noch koordinierend alle Fäden in der Hand hielt sowie das Projekt termingerecht zum Abschluss geführt hat.

 

Aufbau des Circus-Busch-Berlin-Archivs
Erschließungs- und Digitalisierungsprojekt

Der Berliner Senat unterstützt das BBWA bei der professionellen und digitalen Bearbeitung des Circus-Busch-Berlin-Archivs für die kulturhistorische und zirzensische Forschung durch Zuwendun-gen aus dem Haushalt 2020/21. Damit ist sichergestellt, dass dieses einmalige Kulturgut für die Zukunft erhalten bleibt.

Der Aufbau des Archivs ist im ersten Projektjahr 2020 angelaufen. Das Archiv ist als Nachlassbestand aus der Sammlung von Martin Schaaff entstanden, der mit Paula Busch befreundet war und wiederum deren Nachlass übernommen hat. Dieser Nach-lassbestand mit einem umfangreichen populärkulturellen Themenspektrum zu 120 Jahren Zirkusgeschichte gliedert sich in 15 Unterbestände mit sehr unterschiedlichen Archivalien, zu denen Überlieferungen des Circus Busch Berlin, des Nachlasses Paula Busch und persönlichen Unterlagen von Martin Schaaff zählen. Aber auch Nachlässe anderer Sammler, mehr als 500 großformatige künstlerische Plakate und über 35.000 Fotos sowie Dokumente zur Entwicklung deutscher und internationaler Zirkusse und zirkusähnlicher Institutionen sind enthalten. Eine Nachlieferung von 29 Laufmetern zirzensischer Literatur wurde in die Bibliothek übernommen, und bereits sortiert und aufgestellt (vgl. Seite 16). Auch für die Klärung de Urheberrechte ist eine erste rechtliche Prüfung angelaufen.

 

Neue Bestände und Sammlungen 2020

14 Bestände hat das Wirtschaftsarchiv 2020 übernommen. Davon sind einige so umfang-reich, dass das BBWA in den Magazinen an die Grenze der Aufnahmefähigkeiten stößt. Das Jahr 2020 hat gezeigt, dass wir nicht daran vorbeikommen, Archivarbeit und Aktivitäten in größeren Raumen unter einem Dach zusammenzufassen, um kulturelle Kontinuität wahren zu können.

U9/6 Berliner Börse

Mit dem Archiv der Berliner Börse hat das BBWA seinen an Me-tern zweitumfangreichsten Bestand aufgenommen. Auf 120 Laufmetern enthält er Informationen über alle börsennotierten Berliner Unternehmen (ab 1952) sowie Protokolle und Korres-pondenzen, Satzungen und Börsenordnungen. Damit ist die Lang-zeitverfügbarkeit des Bestandes gesichert und ein weiterer Bei-trag zur Erhaltung des kulturellen Erbes Berlins gewährleistet.
Die Erschließung erfolgt ab 2021, sodass der Bestand sukzessive nutzbar sein wird. Schon jetzt ist dank guter Führung der Registratur zumindest eine Titelsuche auf Aktenebene möglich. Das Archiv der Berliner Börse ergänzt die Überliefe-rungen der IHK und der Handwerkskammer Berlin, die ebenfalls im BBWA archiviert sind. Alle drei Bestände bieten nun gemeinsam interessante und verbreiterte Möglich-keiten für Forschungen zu Berliner Unternehmen

K5/2 Handwerksrolle der Berliner Handwerkskammer

Beim historischen Teil der sogenannten “Handwerksrolle” handelt es sich um das als Karteikarten vorliegende Verzeichnis zulas-sungspflichtiger Berliner Handwerke und handwerksähnlicher Gewerbe der Jahre 1902 bis zur Jahrtausendwende. Die Handwerksrolle wurde von der Berliner Handwerkskammer geführt, die jetzt den historischen Teil der Rolle in die professionellen Hände des BBWA abge-geben hat, um sie gleichermaßen sowohl der wissenschaftlichen Forschung als auch der Nut-zung durch die Handwerkswirtschaft sowie de-ren Institutionen und Verbände zuzuführen (natürlich unter Beachtung rechtlicher Ver-schwiegenheitsvorschriften und über eine Plattform mit Registrierung – geschlossene Benutzergruppe). Ihr hoher historischer und statistischer Wert liegt in dem möglichen Zugriff auf die geschlossene Überlieferung zulassungspflichtiger Handwerke (wie selb-ständige Bäckereien oder selbständige Elektriker) und Handwerksbetriebe mit einem festen Sitz in Berlin – und darüber hinaus in der Möglichkeit, auf ein ganzes Jahrhundert