Chronik 2025

 

 

Bildarchiv der Baugenossenschaft „Freie Scholle“ zu Berlin eG

Die Baugenossenschaft Freie Scholle wurde 1895 von Gustav Lilienthal, dem Bruder des berühmten Flugpioniers Otto Lilienthal, am Tegeler Fließ als Gemeinnützige Baugenossenschaft „Freie Scholle“ zu Berlin e.G. gegründet. In Eigenarbeit errichteten die Baugenossen in der späteren Egidystraße Zweifamilienhäuser, von denen heute noch große Teile vorhanden sind. Im Jahr 1920 erweiterte der Architekt Bruno Taut die Siedlung unter anderem um den Schollenhof (ehemals: Lilienthalhof). Im Jahr der Fertigstellung der ersten Häuser der Genossenschaft 1900 richteten die Bewohner ein Fest aus, das später als „Schollenfest“ jedes Jahr gefeiert wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die im Krieg in der Egidystraße zerstörten Häuser durch Mehrfamilienhäuser im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus ersetzt. Zudem errichtete die Genossenschaft ab den 1960er Jahren weitere Siedlungen in Lübars, Alt-Wittenau und am Waidmannsluster Damm. Die Häuser der 1920er Jahre sind hingegen farbig gestaltet und haben nach Bruno Tauts Vorstellungen je nach Lichteinfall unterschiedliche Farben. Große Teile der ursprünglichen Siedlung Freie Scholle stehen als Bauensemble unter Denkmalschutz.

Der dem Wirtschaftsarchiv übergebene Bestand der Freien Scholle umfasst neben Haus- und Mieterakten (ca. 12 lfm.), die zum Teil bis zum Erstbezug zurückreichen, auch Pläne und Zeichnungen von Bruno Taut sowie ein umfangreiches Bildarchiv, das unter anderem die Schollenfeste dokumentiert sowie deren Wandlungen von den 1920er in die 1930er Jahre bzw. in der Nachkriegszeit und dem Wirtschaftswunder . Das Medienarchiv der Freien Scholle umfasst mehr als 5.500 Einzelbilder sowie 30 Filme mit einer Laufzeit von etwa 1905 bis in die 1990er Jahre. Das Ziel des Projektes „Bildarchiv der ‚Freien Scholle‘“ ist die vollständige Digitalisierung und Nutzbarmachung des Bildbestandes unter den gesetzlichen Einschränkungen von Urheberechten, Archivrecht und Datenschutz sowohl für die Onlinerecherche als auch für die Archivnutzung im Lesesaal.