U2/07 VEB Kernkraftwerk Rheinsberg

 

Der Bestand bildet die Geschichte des Rheinsberger Kernkraftwerkes im Kontext der regionalen und überregionalen Wirtschafts- und Technikgeschichte ab. Das Kraftwerk gehörte zur weltweit ersten Generation von Forschungs- und Versuchskraftwerken für die Stromerzeugung. Nach dem Versuchsatomkraftwerk Kahl in Bayern (1960) wurde die Kernenergie auf deutschem Boden erstmals in Rheinsberg (DDR) wirtschaftlich genutzt. Ein Quartal vor der Inbetriebnahme des Reaktors in Karlsruhe in der Bundesrepublik nahm 1966 der Reaktor im VEB Kraftwerk Rheinsberg seine Arbeit auf. Von hier aus wurde Kernenergie erforscht und später im Verbund mit anderen Kernkraftwerken der DDR, namentlich Greifswald, elektrischer Strom hergestellt. Das Kernkraftwerk (KKW) Rheinsberg setzte seine Arbeit bis 1990 fort und wird seitdem von der Entsorgungswerk für Nuklearanlagen GmbH (EWN) bis 2025 abgewickelt.

Der Wert der archivischen Überlieferung des KKW Rheinsberg für die Infrastrukturgeschichte, die Energie- und Wirtschaftsgeschichte der DDR sowie die Technikgeschichte ist bedeutsam. Das Archiv des KKW wurde deshalb in den letzten zehn Jahren nach archivischer Zuständigkeit aufgeteilt: Teile gingen an das Bundesarchiv, Teile an das Landeshauptarchiv Brandenburg, Teile in das Deutsche Technikmuseum Berlin, während der verbleibende unternehmensbezogene Anteil des Archivs in Rheinsberg blieb und erhalten wurde. Dieses Archiv gibt über die regionalgeschichtliche Bedeutung Auskunft und wird vom Verein Stadtgeschichte Rheinsberg e.V. verwaltet. Der Verein präsentiert die Nukleartechnologie und das Archiv des KKW Rheinsberg als eine der vier Säulen seiner Vermittlungsarbeit.

Der Bestand ist nach der Nutzungsordnung des Berlin-Brandenburgischen Wirtschaftsarchivs für die Öffentlichkeit vollumfänglich nutzbar. Keine Akte ist gesperrt.

Umfang: 36 lfm.
Findmittel: Findbuch
Laufzeit: 1902-2011

 

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Die Erschließung und Digitalsierung der Fotografien wurde gefördert mit Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg.